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Frisches aus Rheinischen Gewässern und von Westfälischen Weiden

Auf einer Scheibe Schwarzbrot oder zum Spargel — Rheinischer Fisch und Westfälischer Schinken sind ein Genuss.

 

Fisch und Fleisch, beides hat in Nordrhein-Westfalen seit Jahrhunderten Tradition. Neben fangfrischem Zander oder Karpfen sind vor allem die Muscheln „rheinischer Art“ bekannt geworden.

 

Muscheln „Rheinische Art“

 

Bereits die antiken Römer, die einen starken Einfluss auf das Rheinland hatten, kannten die Zubereitung der Miesmuschel. Dass sie sich jedoch so populär als rheinisches Gericht gehalten hat, ist nicht selbstverständlich. Denn die Muscheln selbst werden fast ausschließlich von den deutschen Küstenregionen bezogen.

Traditionell wird die Delikatesse in einem schwarzen Topf gekocht und im selbigen serviert.

Kleiner Tipp: Stilecht isst man sie mit den Muschelschalen statt mit Besteck. Mit dem Löffel kann am Ende der delikate Muschelfond genossen werden.

 

Was dem Rheinländer sein Muscheltopf ist, das ist dem Westfalen sein Schinken. Denn was geht über eine hauchdünne Scheibe würzig-rauchigen Schinkens, der auf der Zunge zergeht, zum frischen Spargel? Gerade zur Sommerzeit findet westfälischer Schinken zum heimischen Stangengemüse reißenden Absatz. Aber wie wird er eigentlich so unvergleichlich lecker?

 

Der westfälische Knochenschinken - eine Spezialität mit jahrhundertealter Tradition

 

Der westfälische Schinken, auch westfälischer Knochenschinken genannt, gehört zu den traditionsreichsten Schinkensorten überhaupt.

 

Schon im 12. Jahrhundert wurde der Westfälische Knochenschinken nachweislich im rheinischen Köln, einem der wichtigsten Märkte im Mittelalter, als Spezialität feilgeboten. Selbst Politik wurde im 15. Jahrhundert mit Schinken betrieben: Zwölf der besten Knochenschinken sollten den polnischen König Sigismund für die Belange der Dortmunder gewinnen. Ein weiteres, überraschendes Zeugnis findet sich in der Kirche St. Maria zur Wiese in Soest: Ein Glasgemälde über dem Nordportal aus der Zeit um 1500 n. Chr. zeigt das "Westfälische Abendmahl". Schon Goethe bemerkte: "Statt des Osterlamms liegt ein Schinken auf dem Tisch...", aber auch Schwarzbrot, Bier und Korn sind zu erahnen. Mit Recht darf also behauptet werden, dass das sogenannte "Westfälische Frühstück" auf eine lange Tradition zurückblicken kann.

 

Ob zum Spargel, auf Reibekuchen oder beim „Westfälischen Abendmahl“ - die luftgetrocknete Delikatesse gehört seit Jahrhunderten zu den bekanntesten Erzeugnissen der Region und ist dennoch längst kein „alter Schinken“.